Kurzbericht über die Jahrestagung von Defibrillator (ICD) Deutschland e.V.
im Herz- und Kreislaufzentrum in Rotenburg a. d. Fulda
Karl-Heinz Westphal, 1. Vorsitzender des Defibrillator (ICD) Deutschland e. V.
konnte zum 5. Treffen der Defi (ICD) Selbsthilfegruppen am 13. und 14. März 2010 im
HKZ Rotenburg a. d. Fulda 31 Tagungsteilnehmer begrüßen.
An der Tagung haben Mitglieder aus 19 Defi- Selbsthilfegruppen teilgenommen.
Dem Bundesverband gehören zurzeit siebenundzwanzig Defi (ICD) Selbsthilfegruppen mit
über 1.000 Personen, fünf Kliniken und 82 Einzelmitglieder an.
13 Mitglieder haben sich wegen verschiedener Gründe von Unabkömmlichkeit entschuldigt.
Neben der Jahreshauptversammlung bestimmten folgende Themenbereiche die
Jahrestagung:
1. Neues aus den Gruppen:
Die Teilnehmer hatten Gelegenheit, sich kennen zu lernen und sich ausführlich
über die Gruppenarbeit auszutauschen.
2. Die Defikontrolle! Das Gerät wird ausgelesen:
Dr. med. Stefan Steiner, OA am HKZ Rotenburg a. d. Fulda hat sehr anschaulich
den ICD unseres 1. Vorsitzenden Karl-Heinz Westphal ausgelesen und darüber
aufgeklärt, wie die technischen Werte zu interpretieren sind; aber auch deutlich
darauf hingewiesen, dass mit der Gerätekontrolle auch eine eingehende
Untersuchung des Patienten einhergehen muss. In fast unglaublichen Bildern hat
er dargestellt, wie Patienten versuchen ihre äußerst belastende Situation zu
ignorieren.
3. Home Monitoring
Dr. med. Stefan Steiner stellte das Prinzip der Datenerfassung und der
Übertragungswege sehr anschaulich dar. Er stellte die Geräte der Firmen, die
diese Art der Defi -Kontrolle bereits anbieten, ausführlich vor.
4. Elektrodentechnik
Prof. Dr. Hendrik Bonnemeier, leitender Oberarzt und stellv. Direktor, Leiter der Abteilung
für Elektrophysiologie Klinik für Innere Medizin III -Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin
am Campus Kiel, hat in sehr anschaulicher Weise die Technik der Implantation des
Defis und der Sonden dargestellt. Was bei vielen Teilnehmern der Tagung Nachdenklichkeit
verursacht hat, war die Feststellung, dass Studien belegen, dass bei ca. 15 % der
Implantationen in der Lebenszeit der Defis Komplikationen in verschiedenster Weise
auftreten.
5. Störbeeinflussung von Defibrillatoren
Dr. med. Jörn Schmitt, Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt, stellte in
seinem Vortrag die in den Selbsthilfegruppen immer wieder diskutierten
Lebenssituationen vor, die die Wirkungsweise des Defis beeinflussen können.
Wir werden in unserer nächsten Ausgabe von ICD -Aktuell ausführlich über die
Mitgliederversammlung und die Jahrestagung berichten.
Außerdem haben wir Zusagen von den Referenten, dass wir auch Kurzfassungen ihrer
Referate bzw. ihrer Powerpoint -Präsentationen erhalten, die wir auch veröffentlichen
werden.
Ganz wichtig war auch, dass am Samstagabend in zwangloser Runde ein anregender
Informationsaustausch möglich war. Zahlreiche Kontakte wurden neu geknüpft. Die
Teilnehmer waren sich einig, dass das Wochenende ein großer Gewinn für die Defi
(ICD) Selbsthilfegruppen war. |